Zahnarzttarif

Seit 1976 besteht ein Zahnarzttarif, der betriebswirtschaftlich kalkuliert worden ist und gesamtschweizerisch Anwendung findet. Zweck des Zahnarzttarifs ist es, Leistungen und Preise allgemeingültig zu definieren. 
Der heutige Tarif basiert auf einer Betriebsrechnung aus den Jahren 1990 – 1992 und ist 1994 in Kraft getreten. Er wurde von den Sozialversicherungspartnern (Unfallversicherung SUVA, Invalidenversicherung, Militärversicherung, Krankenkassen) einerseits und der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) anderseits berechnet.

Transparenz der Rechnung


Der Zahnarzttarif basiert darauf, dass jede der über 500 zahnärztlichen Leistungen eine bestimmte Anzahl von Taxpunkten (Taxpunktzahl) zugeordnet bekommen hat. Diese Taxpunktzahl widerspiegelt den Zeitaufwand, der für diese Leistung im Durchschnitt benötigt wird, sowie den Schwierigkeitsgrad. Dadurch, dass die Leistungen einzeln auf der Rechnung aufgeführt werden, kann der Patient genau nachvollziehen, welche Behandlung bei ihm durchgeführt worden ist. Um zu einem Frankenbetrag zu kommen, wird die Taxpunktzahl mit einem Taxpunktwert multipliziert. Für die Sozialversicherungen beträgt dieser Taxpunktwert trotz massiver Teuerung und Kostenzunahme seit dem Jahre 1994 unverändert sFr. 3.10; Teuerungsbereinigt entspräche dies heute einem Ansatz von sFr. 3.70. Das System von Taxpunktzahl und Taxpunktwert ist im Bereich der medizinischen Leistungen üblich und für Versicherungsfälle gesetzlich vorgeschrieben. Für Privatpatientinnen und -patienten kann der Taxpunktwert variabel sein und zwar nach unten beliebig, nach oben aber bis höchstens sFr. 5.80. Der Taxpunktwert wird unter Berücksichtigung folgender Kriterien festgelegt: Kostenstruktur der Praxis (Miete, Einrichtung, Personal), örtliche Verhältnisse der Praxis, Fortbildungsstand der Zahnärztin oder des Zahnarztes, sowie Dringlichkeit der erbrachten Leistung als auch Anspruch der Patientenschaft.
Laborkosten sind diejenigen Kosten, die das zahntechnische Labor der Zahnärztin oder dem Zahnarzt in Rechnung stellt. Diese Kosten sind auf der Rechnung separat aufgelistet.
Weitere Kosten, wie Medikamentenkosten oder spezielle Materialkosten, werden separat ausgewiesen und sind ebenfalls Fremdkosten.
Anhand der als pdf-file aufgelisteten Rechnung kann die Struktur einer zahnärztlichen Honorarnote ersehen werden.
Wer sich für die Tarifberechnung und für die einzelnen Tarifpositionen interessiert, findet diese im Internet unter www.sso.ch. Der Tarif kann gegen Bezahlung von sFr. 40.-- bei der SUVA in Luzern bestellt werden. Eine Kurzfassung des Tarifs ist gratis beim SSO-Shop, Postfach 3000 Bern 8, zu beziehen oder mit Kurztarif herunterladbar.

Reklamationen

ZBK Zahnärztliche Begutachtungskommission

Eine Dienstleistung der Zahnärzte-Gesellschaft Baselland (ZGBL) und der SSO für Ihre Patientinnen und Patienten

Liebe Patientin, lieber Patient

Die ZGBL bietet zwei Anlaufstellen, die ihnen bei Problemen im Zusammenhang mit einer Zahnbehandlung zur Verfügung stehen. Dies sind die kostenlose Ombudsstelle (ZOS) und die zahnärztliche Begutachtungskommission (ZBK).

Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich, bei Problemen im Rahmen einer Zahnbehandlung mit der behandelnden Zahnärztin oder dem behandelnden Zahnarzt Kontakt aufzunehmen, um zu einer gütlichen Einigung zu kommen.
Führt dieses Gespräch zu keinem Erfolg, können Sie an die zahnärztliche Ombudsstelle gelangen.

Die zahnärztliche Ombudsstelle (ZOS)

Die Ombudsstelle der ZGBL ist während der Praxisöffnungszeiten unter der Telefonnummer 061 921 67 91 erreichbar. Unser Ombudsmann wird Ihre Frage oder Beschwerde entgegen nehmen und Sie beraten. Diese Beratung ist kostenlos. Kann Ihr Problem nicht zu Ihrer Zufriedenheit gelöst werden, wird er Ihnen die zahnärztliche Begutachtungskommission als nächst höhere Instanz empfehlen.

Die zahnärztliche Begutachtungskommission (ZBK)

Die zahnärztliche Begutachtungskommission ist ein Gremium von acht von der ZGBL gewählten Zahnärztinnen bzw. Zahnärzten, die jeweils zu zweit in einer Begutachtergruppe tätig sind. Der Präsident der Kommission ist gleichzeitig auch der Ombudsmann. Eine beratende Juristin sorgt dafür, dass eine Begutachtung auch nach rechtlichen Aspekten korrekt abläuft.

Möchten Sie die Hilfe dieser zahnärztlichen Begutachtungskommission in Anspruch nehmen, erhalten Sie vom Präsidenten der ZBK die notwendigen Anmeldungsunterlagen, sowie einen Auzug aus dem Reglement der ZBK. Sie müssen Ihr Problem oder Ihre Beschwerde schriftlich formulieren und zusammen mit den Anmeldungsunterlagen an den Präsidenten der ZBK zurücksenden. Die ZBK nimmt  ihre Arbeit auf, wenn Sie die Pauschale von sFr 500.- geleistet haben; sie wird nach Abschluss des Verfahrens, je nach Ausgang, anteilmässig auf die Parteien verteilt. Sie werden dafür von der Ihnen zugeteilten Begutachtergruppe angehört und klinisch untersucht. Ebenfalls werden die Röntgenbilder und die gesamte Behandlung inkl. Honorarforderung beurteilt. Es wird versucht, zwischen den beiden Parteien einen Vergleich im Rahmen eines Schlichtungsvorschlags zu erreichen und zu einer gütlichen Lösung zu kommen. In sehr seltenen Fällen kann keine Einigung erzielt werden. In diesem Fall erhalten die Parteien einen schriftlichen Begutachtungsbericht, der bei einem eventuell folgenden juristischen Verfahren verwendet werden kann. Das Verfahren wird dann eingestellt und als erledigt abgeschrieben.

Wichtig: Nur die der SSO angehörenden Zahnärztinnen und Zahnärzte müssen sich der Zahnärztlichen Begutachtung stellen. Ist Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin nicht Mitglied der SSO, kann die Begutachtungskommission nur nach deren/dessen Einwilligung tätig werden. Verweigert dieses Nichtmitglied seine Einwilligung und können Sie sich mit ihm nicht privat gütlich einigen, bleibt Ihnen nur der mühsame und teure Gang an die Gerichte, um Ihre Forderung durchzusetzen.


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